Verein-Geschichte

Neubeginn 1990 als TSV Chemie Premnitz e.V.

Es war ein komplizierter Übergang von einer Betriebssportgemeinschaft der DDR in einen gemeinnützigen Verein der BRD. Für solche Wandlungen gab es keine Vorbilder oder Lehrbücher. Die Konsultationen mit befreundeten Vereinen der BRD aus alten Zeiten (Schüttdorf 09) zeigten die großen Unterschiede in der Finanzierung der Sportdurchführung und der Unterhaltung der Sportstätten auf. Es gab viele nützliche Ratschläge zur Satzungsgestaltung, die Arbeit mit Sponsoren und Spenden usw. Die Frage, wie man ohne Konkurs eine Groß-BSG in einen großen gemeinnützigen Sportverein umstellt, blieb unbeantwortet. So standen Anfang des Jahres 1990 für die Leitungen der Gemeinschaft folgende Aufgaben zur Lösung an:

*Umstellung der Finanzierung des Vereins und der 18 Abteilungen. Bis zum 30.06.1990 wurde der Verein im Wesentlichen aus Mitteln des Kultur- und Sozialfonds des Chemiefaserwerkes einschließlich geringer Mitgliedsbeiträge (15,- M der DDR pro Jahr und Mitglied) finanziert. Ab dem 01.07.1990 musste der Verein aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Sponsorenmitteln und Zuschüssen von der Stadt und dem Land den Sportbetrieb finanziell absichern.

• Sicherung und Finanzierung der Premnitzer Sportstätten für den TSV und seinen Abteilungen.

• Aufrechterhaltung aller Abteilungen der BSG im Verband des neuen TSV Chemie Premnitz e. V.

• Sicherung der Einstufung der Eingruppierung höherklassiger Mannschaften des TSV Chemie in die Wettkampfsysteme der BRD.

Die Umwandlung der BSG Chemie in TSV Chemie Premnitz e. V, wie auch die Wahl des Vorstandes, erfolgte schon auf einer Mitgliederversammlung im Februar 1990. Alle Sektionen der BSG bestätigten die neue Satzung des TSV und wurden Abteilungen des Großvereins mit einem neuen Finanzsystem. Jede Abteilung wurde ab 1990 für seine Finanzen selbst verantwortlich. Der Vorstand des TSV gibt die Mindestbeiträge vor und erhebt für die Nutzung der Sportstätten einen jährlich auf der Mitgliederversammlung zu beschließenden Sportstättenbeitrag der Abteilungsmitglieder des TSV. Die Abteilungen verfügen über ihnen zugeordnete Spenden und Sponsorenmittel in eigener Regie. Die Verwaltung der TSV-Finanzen wird in der zentralen Buchhaltung geführt und vom Kassenwart und den Kassenprüfern kontrolliert und geprüft. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 15. Juli 1990. Ab Juli 1990 musste der TSV die von der Märkischen Faser AG verausgabten Löhne und Gehälter für die Hallen- und Platzwarte sowie den hauptamtlichen Geschäftsführer und einen Großteil der Betriebskosten der Sportstätten an das Werk erstatten. Die Finanzierung erfolgte aus den Sportstättenbeiträgen der Abteilungen und einem einmaligen Zuschuss des Landessportbundes. Zur Sicherung der Sportstätten schloss der Vorstand mit dem Vorstand der Märkischen Faser AG einen Pachtvertrag über alle Sportstätten, die Eigentum des Werkes waren, für einen Zeitraum von 10 Jahren ab. Der Antrag des TSV an die Treuhandanstalt auf Eigentumsübertragung der Sportstätten wurde nicht positiv entschieden. Die Sportstätten wurden als Teil der Immobilien, die nicht zu Produktionszwecken notwendig, und zu Zeiten der DDR entstanden sind, 1992 an die Stadt Premnitz als Eigentum überführt. Mit der Stadt erfolgte eine vertragliche Regelung über die Nutzung der Sportstätten.

Noch zu DDR-Zeiten hatte die Regierung Mittel für die Fertigstellung des Premnitzer Schwimmbades mit dem 50-m- Schwimm- und einem Nichtschwimmerbecken bereitgestellt. Unter der Regie der Stadt wurde es noch im Sommer 1990 unter dem Namen „Fit — Point“ feierlich eingeweiht. Wohl hatten nun die wenigen verbliebenen Mitglieder der Abteilung Schwimmen um Doris Strehle nun auch im Sommer gute Übungs- und Wettkampfbedingungen, aber für die Nutzung der Schwimmhalle im Winter mussten die Schwimmer nun Nutzungsentgelte entrichten. Deshalb wurde 1990 in eine Schwimmge meinschaft mit dem Schwimmverein Einheit Rathenow eingewilligt, um die Winternutzung kostenlos zu umgehen. Zur Entlastung von Doris Strehle übernahm Bärbel Hennig die Abteilungsaufgabe bei den Schwimmern, die nun an vielen Altersschwimmfesten und Meisterschaften auf Bundesebene teilnahmen.

Die Abteilung Wandern löste sich auf. Die Reisefreiheit lockte nun erst einmal in die weite Welt.

Die Wassersportabteilungen des TSV passten ihre Organisation den neuen Bedingungen an. Es wurde eine Abteilung Wasserwandern unter Leitung von Heinz Grade, der bereits 1949 die Abteilung Schwimmen mit gegründet hatte, gebildet. Die Kanutouristen bildeten nun die Abteilung Kanu unter Leitung von Norbert Oelschläger. Die Segler wurden von Wolfgang Scheifhacken in die neue Zeit geführt. Der ehemalige Campingplatz an der Lutze wurde vom TSV nicht übernommen. Einige Campingfreunde gründeten daraufhin den Verein „Lutze e. V.“ und wurden Pächter des Platzes an der Havel. Die Segler, die die Lutze als Sommerliegeplatz genutzt hatten, pachteten unter dem Dach des TSV einen Uferstreifen an einem Erdeloch in Fohrde und richteten dort ihr Sommerquartier ein.

Die Spielleute knüpften neue Kontakte mit bundes-deutschen Klangkörpern besonders zum Spielmannszug „Schloss Ricklingen 1951 e. V.“. Der TSV-Spielmannszug ist bei vielen Premnitzer Veranstaltungen, wie Fasching, Dachsbergfest u. a. nicht wegzudenken. Werner Siebert hatte es verstanden, die Abteilung stabil zu entwickeln.

Die 1. Handballmannschaft stufte der DHB in die 2. Bundesliga Nord ein. Die 1. Mannschaften im Bowling wurden in die 1. Bundesliga eingegliedert. Die 1. Fußballmannschaft hatte sich aufgelöst. Die Abteilung begann mit verbliebenen Premnitzer Fußballspielern und Premnitzer Übungsleitern, wie Werner Groß, Horst Sandowski, Bernd Helbig und Dietmar Möhring, eine neue leistungsstarke Mannschaft aufzubauen. Eine treue Seele der Abteilung Fußball war in. dieser Zeit Günther Gottschalk, der sich für alles verantwortlich fühlte.

Die Handballer konnten die Klasse der 2. Bundesliga nicht halten, spielten dann aber auch aufgrund der Zugänge aus Brandenburg in der Regionalliga für längere Zeit eine bedeutende Rolle.

Die Bowlingmannschaften des TSV hatten bei den Entscheidungsspielen mit Wolfsburg (Männer) und Nürnberg (Frauen) gute Ergebnisse erzielt, mussten dann aber erkennen, dass mit den Erfahrungen auf „Strippen-bahnen“ und dem bisherigen Ballmaterial die Bundesligen nicht zu halten waren.

Für die Abteilungen Tischtennis und Billard und ihren Aktiven verbesserte sich 1992 die Sportstättenfrage. Die Stadt stellte dem TSV mietfrei eine Steinbaracke in der Heimstraße zur Verfügung. Mit Unterstützung der Stadt und mit aktiver Unterstützung der Mitglieder wurden in diesem Haus eine stationäre Tischtennishalle, eine Billardsportstätte und entsprechende Sanitäreinrichtungen geschaffen. Im Billard setzte daraufhin eine sehr gute Leistungsentwicklung ein. Die Mannschaft stieg in die höchste Klasse auf und Katja Tietze wurde bundesdeutsche Meisterin in dieser Disziplin.

Mit der Schließung des Klubhauses verlor die Abteilung Schach ihr langjähriges Spiellokal. Die Schachspieler erhielten im Mehrzweckgebäude im Stadiongelände Räumlichkeiten für Übung und Wettkämpfe. Der dienstälteste Abteilungsleiter des TSV, Dr. Ullrich Dost, erhielt aktive Unterstützung durch Georg Waleschkowski bei der Intensivierung des Nachwuchsbereiches. Durch dessen umsichtige Werbung und Ausbildung von Schülern entstand wieder ein leistungsstarker Nachwuchs bei den Schachspielern, wie Annika Bünger und Christoph Barks.

Für die Kraftsportler wurden die Kraftsporträume mit neuen, modernen Geräten ausgestattet.

Die Premnitzer Bowlingfamilie hatte Glück. Ein Unternehmer aus der Schweiz, selbst Spieler in der 1. Bundesliga, bot sich an, mit dem TSV und weiteren Persönlichkeiten die Premnitzer Bowlinganlage zu modernisieren, um den marktwirtschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die im Jahre 1993 gegründete Bowling Premnitz GmbH, in die der TSV als Gesellschafter mit eintrat, organisierte die Projektierung, die Finanzierung und die Realisierung des umfangreichen Umbaus. Die GmbH pachtete die Gebäude Bowlingbahn und Gästehaus für 10 Jahre. In den ersten 4 Monaten des Jahres 1994 erfolgten nach den Projektunterlagen des englischen Innenarchitekten Silvermann die umfangreichen Um- und Einbauten. Am 20.05.1994 wurde die neue, moderne Bowlinganlage ,,Superbowl“ feierlich im Beisein von Bürgermeister Dr. Aurich und dem Initiator, Ferdinand Janka (Engelberg), in Betrieb genommen. Die neue Bowlinghalle brachte nicht nur für die Mitglieder der Abteilung Bowling des TSV, unter Leitung von Ralph Kühn, ideale Übungs- und Wettkampfbedingungen, sondern auch den Bürgern der Stadt eine attraktive Stätte, sich als Freizeitbowler zu betätigen. Auch viele Kinder und Jugendliche wurden Anhänger dieser Sportart und oft auch Mitglied im TSV. Die sportlichen Erfolge stellten sich schnell ein. Nicht nur die Senioren holten die ersten bundesdeutschen Medaillen. Nico Falke wurde als erster Premnitzer Jugendlicher bundesdeutscher Meister im Einzel.

Mit dem Bau der neuen Bahn kam Peter Lorenz, ein Premnitzer und Absolvent der DHfK Leipzig, nach Hause zurück und übernahm den Landesleistungsstützpunkt Bowling in Premnitz. Als Bundestrainer übernahm er auch ehrenamtlich das Training der 1. Männer und der besten jungen Nachwuchsspieler. Der Wiederaufstieg in die Bundesligaebene war nur eine Frage der Zeit und gelang schon 1995. Premnitz war zum Bowling-Leistungszentrum der neuen Bundesländer aufgestiegen.

Ab 1992 deutete sich bereits an, dass die sich geänderter gesellschaftlichen Verhältnisse zu einem deutlichen Mitgliederrückgang im TSV führen werden. Mit den. Entlassungen im Werk, der Schließung der Lehrlingsausbildung und der BBS setzte ein großer Bevölkerungsrückgang in Premnitz ein, der auch infolgedessen zu vielen Mitgliedsabgängen führte. Da auch viele aktive Übungsleiter und ehrenamtliche Funktionäre aus beruflichen oder persönlichen Gründen Premnitz oder den Verein verließen, ging die Anzahl der Riegen, Übungsgruppen und Mannschaften zurück. Besonders bedauerlich war es, dass das Geräteturnen im Kinder- und Jugendalter aufgrund fehlender Übungsleiter und der ernsten Erkrankung von Peter Kutzer im TSV eingestellt werden musste.

Der Tennisboom in der Bundesrepublik bescherte dem TSV und den Tennisspielern eine günstige finanzielle Möglichkeit, die verschlissene Tennisanlage im Sportgelände zu rekonstruieren und um einen dritten Platz zu erweitern. Die TSV—Tennisspieler, wie Kurt Sünder, Klaus Wolf, Klaus Ullrich, Heinz Zahn, Detlef Scheffel, Wilhelm Langner, Manfred Bleschke und, u. a., der schon langjährige Abteilungsleiter Achim Rateitschak freuten sich über die gebotene Chance, mit einem zinslosen Kredit des Berliner Tennisverbandes diese Maßnahme zu realisieren. Die neuen Bedingungen führten zur Leistungssteigerung der Jugendlichen und der Senioren.

Die Leichathleten unter dem Abteilungsleiter Uwe Kanty und den Übungsleitern Hans-Jörg Kesten, Jörg Wartenberg, Ingrid Bach u. a. verstanden es, die Leistungsstärke der jugendlichen Leichtathleten aufrechtzuerhalten. In Premnitz wurde ein Landesleistungszentrum des Landessportbundes eingerichtet. Viele Landesmeister- ehren und Achtungserfolge auf Bundesebene waren der verdiente Lohn für die Athleten und ihre Übungsleiter. Mit Anett Engel, Silvana Bach und Collet Rampf wurden in den letzten Jahren einige Premnitzer Talente an die Sportschule Potsdam delegiert. Aber auch die in Premnitz trainierenden Madlin Dossow, Janne Engeleiter und

Robert Klein erzielten auf Landes- und Bundesebene viele Medaillen. Aber auch die Senioren beteiligten sich an diversen Veranstaltungen. Besonders die guten Platzierungen von Sportfreund Heinz Zahn (Ak 65) im Drei- und Weitsprung auf Bundesebene und bei Europameisterschaften werben für die Premnitzer Leichtathletik. Die Traditionsveranstaltungen der Abteilung Leichtathletik, wie Dachsberglauf, Hallenmeetings und der Hoch- und Stabhochsprung mit Musik, sind feste Bestandteile im Premnitzer Sportkalender.

Die Sanitäranlagen im alten „Elfmeter“ wurden Mitte der 90er Jahre als unzumutbar eingestuft. Der TSV-Vorstand beantragte in Abstimmung mit der Stadt Mittel aus dem „Goldenen Plan Ost“ für den Sportstättenbau eines Funktionsgebäudes mit Sanitär- und Umkleideräumen, getrennt nach Geschlechtern, beim LSB. Diese wurden bewilligt und das neue Gebäude zur Freude der Fußballer und der Premnitzer Schulkinder im Jahr 1998 in Nutzung genommen.

Das hohe Niveau der Handballer, sowohl im Männer- als auch im Nachwuchsbereich, konnte in den 90er Jahren gesichert werden. Die Premnitzer Talente wie Volkmar Schmidt, Günter Krücken, Heiko Thiedecke, Tom Winter, Stefan Köpke, Jens Riedel, Guido Weichbrodt und Martin Saul, verstärkt mit erfahrenen Sportfreunden aus Brandenburg, konnten in der Regionalliga Nordost die Leistungsstärke unter Beweis stellen. Als Übungsleiter in dieser Zeit waren Dr. Gerhard Missfelder, Harald Reim, Dieter Markau, Uwe Boltze und Volkmar Schmidt im Einsatz. Zu den Spielen kamen die vielen Anhänger dieser Sportart in die Sporthalle am Tor 2. Die starke Belastung der Sporthalle machte eine Parketterneuerung im Jahre 2000 erforderlich, die aus GFG-Mitteln des Kreises Havelland durch die Stadt finanziert wurde.

Diese Maßnahme erfüllte auch den Wunsch der Mitglieder der stabil arbeitenden Abteilung Volleyball, unter Leitung von Hagen Schulze, zwei Spielfelder in der Halle wettkampfmäßig einzurichten.

Zur gleichen Zeit wurde der Tartan—Mehrzwecksportplatz im Sportgelände realisiert, ebenfalls aus Mitteln des „Goldenen Plan Ost“ und mit Beteiligung des TSV finanziert.

Zu Beginn des Jahres 2000 hatte sich der Mitgliederstand halbiert. Die Statistik wies nur noch 1200 Mitglieder in den 18 Sportarten auf.

Der Freizeitsport genoss im TSV nach wie vor einen hohen Stellenwert. Besonderen Zuspruch bei aktiven und passiven Sportfreunden fanden die jährlichen Meisterschaftsrunden im Hallenfußball und Hausliga — Bowling. Während bei den Fußballern die „Alten Herren“ bis in die heutigen Tage das stärkste Kollektiv dieser Freizeitsportart ist, waren es bei den Hausligarunden die Mannschaften „haveldata“ und „Graue Wölfe“. Die Gymnastikveranstaltungen des TSV sind nach wie vor gut besucht. Mit der neuen Übungsgruppe um Übungsleiterin Renate Gerke wurde der Abgang der alten Gruppe „Frauenturnen“ ausgeglichen.

Im Jahr 2001 hatte ein Brandstifter die Judohalle im Mehrzweckgebäude im Sportgelände angezündet. Die Judohalle und die angrenzenden Umkleidekabinen und Sanitäreinrichtungen wurden durch den Brand und die Löschaktivitäten unbrauchbar. Die Judokas hatten ihre Trainingsstätte, ihre Judomatte und viele Sportutensilien verloren. Das Mehrzweckgebäude stand auch für die Leichtathleten, Tennisspieler, Kraftsportler und Schulen vorübergehend nicht zur Verfügung. Auf Vorschlag von Bürgermeister Roy Walenta wurde die ehemalige Schulküche der Dachsbergschule zu einer Judohalle mit Umkleidemöglichkeiten und Sanitäreinrichtungen umge-baut. Die Judomatte wurde u. a. aus Spenden ansässiger Firmen in Premnitz bezahlt. Die Zwischenlösungen in Schulsporthallen führten zu Mitgliederrückgang und Leistungseinbußen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Judohalle 2003 setzte ein neuer Boom dieser Sportart unter Abteilungsleiter Karsten Fischer ein. Bei regionalen und nationalen Meisterschaften wurden durch Toni Giese, Stefanie Dörner, Christi Süß, Stefan Niesecke und Hannes Vetter Meisterehrungen erreicht. Einen großen Anteil an der positiven Leistungsentwicklung bis in die jüngste Zeit hat als Übungsleiter Berthold Kamin, der auch noch als aktiver Judoka auf sich aufmerksam macht.

Durch die Initiative des Geschäftsführers des TSV, Dieter Gawe, wurden mit ABM—Kräften, unterstützenden Firmen und den Mitteln des Vereins die Umkleidekabinen und Sanitäreinrichtungen im Mehrzweckgebäude wieder hergestellt und modernisiert.

Im Jahr 2002 verlängerte die Stadt den Nutzungsvertrag für die Sportstätte Heimstraße nicht weiter. Der TSV wurde aufgefordert, das Gebäude bis 2004 zu räumen. Die Stadt hatte den Verkauf der Grundstücke an Eigenheimbauer beschlossen. Damit waren die Tischtennis- und Billardspieler mit ihren Sporttischen ohne Räumlichkeiten. Die Suche nach geeigneten Nachfolgeeinrichtungen-gestaltete sich kompliziert, die Stadt konnte keine Lösung anbieten. Die Stadtwerke um Bernd Henniges boten sich an, die obere Etage der Wärmestation in der Friedrich-Engels-Str. als Tischtennishalle aus Mitteln des TSV auszubauen. Mit Initiative der Mitglieder der Abteilung Tischtennis und mit viel Geschick von Geschäftsführer Dieter Gawe, wurde eine respektable Lösung erreicht. Mit Inbetriebnahme der neuen Tischtennishalle 2003 setzte eine positive Ent- wicklung der Abteilung ein. Nicht nur die gestandenen Spieler um „Chef“ Harald Wegwerth, sondern auch neue, junge Sportinteressierte fanden den Weg in diese neue Einrichtung. Sie wurden von dem verantwortlichen Übungsleiter Grzybek ausgebildet. Der Premnitzer Nachwuchs wurde 2007 Landesmeister.

Schmerzvoller gestaltete sich die Suche nach geeigneten Räumen für die Billardtische. Dabei kam es zu internen Auseinandersetzungen in der Abteilung. Der Vorstand entschied sich für den Ausbau des alten Küchengebäudes am Klubhaus Bunsenstraße. Der TSV pachtete für 25 Jahre das Gebäude von einer Hausverwaltung in Hanau und finanzierte aus Eigenmitteln und Fördermitteln (zinsloser Kredit) den Umbau. Die Inbetriebnahme im Mai 2005 brachte wieder etwas Ruhe in diese Sportart, die aber viele Mitglieder verloren hatte. Die 1. Mannschaft mit Uwe Ebel, Enrico Ruppin, Katja Thiedecke und Peter Schulz sind das Aushängeschild dieser Sektion.

Die erfolgreiche Entwicklung der drei Wassersportabteilungen des TSV wurde durch die Rückübertragung des Bootshausgeländes an der Milower Brücke im Jahre 2003, und damit dem Auslauf des Pachtvertrages mit der Stadt im Jahr 2006, gestoppt. Der TSV konnte sich mit der Erbengemeinschaft auf einen neuen Pachtvertrag nicht einigen. Die geforderten Bedingungen und die Höhe des monatlichen Pachtzins sind für eine Vereinsnutzung nicht akzeptabel. Deshalb bemüht sich der TSV, mit den Wassersportlern eine Ersatzsportstätte mit Unterstützung der Stadt und dem LSB (Goldener Plan Brandenburg) in Gapel zu errichten. Die Projektierungsarbeiten und das Genehmigungsverfahren sind im Laufen. Sportfreund Jürgen Wandke, der 2004 von Heinz Grade die Leitung der Abteilung Wasserwandern übernahm, ist ein umnsichtiger Hauptkoordinator des neuen Projektes und hofft nun auf eine rasche Baugenehmigung.

Mit der Insolvenz der Märkischen Faser AG änderten sich 2001 erneut wichtige Rahmenbedingungen in der Finanzierung einer leistungsorientierten Handballmannschaft. Finanzielle Gründe zwangen den TSV, die 1. Mannschaft aus der Brandenburgliga abzumelden. Damit verließen die Brandenburger Sportfreunde und talentierte Premnitzer Handballer den Verein. Uwe Phillip, der von Manfred Gutschmidt die Leitung der Abteilung Handball übernommen hatte, verstand es, den Nachwuchsbereich trotz deutlich schlechterer Rahmenbedingungen im hohen Leistungsniveau aufrechtzuerhalten. Die fehlenden Premnitzer männlichen Kinder und Jugendlichen ab 2003 wurden über mehrere Jahre durch die Bildung einer Nachwuchsspiel- gemeinschaft mit dem TSV Germania Milow, unter der Leitung von Harald Reim, überbrückt.

Mit der Kündigung dieser Spielgemeinschaft durch den Milower TSV kann der TSV Chemie Premnitz e. V. nicht mehr in allen Altersklassen eine Handballmannschaft bilden. Noch wurde die B-Jugendmannschaft des TSV Chemie Premnitz 2007 Landesmeister.

Die Abteilung Fußball unter der umsichtigen Leitung von Sportfreund Peter Kaiser vollzog in den Jahren ab 2000 eine stabile Entwicklung. Mit den Übungsleitern Christian Fehlberg, Heino Rügen und Uwe Schulz hat sich die 1. Mannschaft weiterentwickelt und konnte die Landesklasse halten. Mit dem mit dem FSV Optik abgeschlossenen Nachwuchsspielgemeinschaftsvertrag trägt die Abteilung den fehlenden Kindern und Jugendlichen in Premnitz Rechnung.

Die Abteilung Bowling verzeichnete in den letzten Jahren Höhen und Tiefen. Die 1. Männermannschaft ist seit dem Aufstieg 2003 in der 1. Bundesliga und wurde bereits Deutscher Meister. Die Mannschaft hat im Jubiläumsjahr die Silbermedaille erkämpft. Auch die 2. Männermannschaft schaffte den Aufstieg 2006 in die 2. Bundesliga. Tobias Gäbler, Kai Günter, Thomas Block, Stefan Bock, Lars Tangermann und David Sandowski haben im Einzel oder Doppel bundesdeutsche Meisterschaften erspielt.

Tobias Gäbler und Kai Günter sind seit Jahren Nationalkader und haben auch internationale Meisterschaften erzielt. Kai Günter holte 2008 den Vizeweltmeistertitel nach Premnitz.

Bei den Premnitzer Bowlerinnen blieben solche Erfolge aus. Ausnahmen sind die Sportfreundinnen Helga Reim. und Käte Levin, die als Seniorinnen in ihren Altersklassen zu Meisterehren bzw. Medaillengewinnen kamen. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war einmalig. Den Damen fehlen die Leistungsträger. Ralph Kühn hat die Leitung der Abteilung Bowling an die Sportfreundin Dagmar Scheffer übergeben, die mit viel Umsicht die Geschicke der mitgliederstarken Abteilung lenkt.

Am 1. Januar 2009 wurde auf Initiative von Sportfreund Bernd Wacker die Abteilung Nordic Walking als 19. Sportart gegründet.

Seit 2004 ist Uwe Wittschorek Geschäftsführer des TSV. Er löste Dieter Gawe nach vierzehn erfolgreichen Arbeitsjahren für den TSV Chemie Premnitz e. V. ab.

 

 

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