Verein-Geschichte

Die BSG Chemie Premnitz – die Nummer 1 im Bezirk Potsdam

Mit der Vorbereitung und Inbetriebnahme der Chemiefasergroßanlagen Wolpryla 65 und Grisuten 72 im Trägerbetrieb zog es viele neue, insbesondere junge Familien nach Premnitz. Hier gab es in den 70er Jahren vier polytechnische Oberschulen und eine große Betriebsberufsschule. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in der BSG Sport trieben, stieg auf über 800.

In den Sportarten Handball und Leichathletik wurden zwei weitere Trainingszentren den Sektionen angegliedert. Die Nachwuchsbereiche konnten Mannschaften in allen Altersklassen bilden. Die Arbeit der über 100 Übungsleiter wurde vom Betrieb unterstützt, oft auch in Form von Freistellungen von der Arbeit für die Übungsdurchführung.

In den Premnitzer Trainingszentren wurden talentierte Kinder und Jugendliche so ausgebildet, dass sie den Anforderungen einer Delegierung an die Sportschulen entsprachen. Da diese Anforderungen sehr hoch waren, wurde nur ein kleiner Anteil der zu den Trainingszentren zählenden Mitglieder an die Sportschulen delegiert. U. a. wurden die Leichtathletin Katrin Kanty, Sabine Kertz, Kati Kovacs und ihre männlichen Sportfreunde Jan Möller, Jörg Wartenberg, Holm Hänsel und Mario Poppe an die Sportschule Potsdam, die Turnerinnen Britta Jäger, Solvay Heuchert und Daniela Schiewe an die Sportschule Frankfurt/Oder und die Turner Dirk Schiewe und Kai Fichtner an die Sportschule Potsdam delegiert. Von den vielen Handballern schafften es nur wenige, weil ihre in dieser Sportart erforderlichen Körpermaße nicht ausreichten. Die jungen Handballer Bernd Mätzke, Karsten Heinz, Uwe Rheinsberg, Ralph Liebner, Heiko Kummer und Uwe Gutschmidt schafften die Delegierung. Durch die Arbeit in den Trainingszentren hatten die integrierten Sektionen leistungsstarke Riegen, Mannschaften und Einzelsportler, die für die BSG bei den regionalen oder nationalen Meisterschaften gute Platzierungen erreichten, so die Leichtathleten Susanne Wernsdorf, Uwe Czarnofski, Karina Wagner und Arne Bochmann und die Turnerinnen Anke Steiner, Susanne Machan, Birgit Kühn und Caroline Hänsch. Besonders deutlich zeigte sich dies in der Premnitzer Traditionssportart Handball.

Die B-Jugendmannschaften erzielten bei den DDR- Meisterschaften sehr gute Platzierungen. Gleichzeitig wurde für die Männermannschaften ein guter Nachwuchs trainiert.

In den Sportarten Schwimmen und bei den Rennkanuten gab es auch negative Entwicklungen. Ein Grund dazu war bei den Schwimmern die fehlende Wettkampfstätte in Premnitz.

Die Ausbildung von Rennkanuten und das Training der Sportler auf der Havel wurde aufgrund der Intensivierung der Schifffahrt auf der Havel zwischen Berlin und Hamburg zum immer größeren Risiko, so dass diese Sportart eingestellt werden musste.

Die an Wassersport interessierten Sportler fanden dann im Kanutourismus mit Wettkämpfen eine neue Sportart. Schnell wuchs diese Sportdisziplin an Mitgliedern. Pioniere in dieser Sportart waren Norbert Ölschläger und Wolfgang Drescher.

Auch die Sektion Volleyball hatte guten Zuwachs und wurde unter der Leitung von Norbert Berg und dem aus Salzwedel zugezogenen Reinhold Czauderna eine leistungsstarke Gemeinschaft.

Großen Zuspruch bei den Kindern und Jugendlichen fanden die Sportarten Fußball, Tennis, Tischtennis, Judo, Schach und Bowling.

Die bisherigen Sportstätten einschließlich der Sanitäreinrichtungen entsprachen nicht mehr den Anforderungen. So wurde auf dem Sportgelände der BSG mit vielen Initiativen und klugen Ideen nach kurzer Bauzeit das „Mehrzweckgebäude“ fertiggestellt. Neben Umkleideräumen, Duschen und Toiletten für die Sektionen Fußball, Leichtathletik, Tennis und Kraftsport, zog das Sportbüro mit Beratungsraum und die Sektion Judo ein. Die Sektion Judo u. a. von den Aktiven Gerd Haberstroh und Detlef Lang gegründet, gewann durch die stationäre Judohalle das Interesse der Kinder und Jugendlichen an dieser Sportart. Rainer Zemlin und Berthold Kamin konnten als Übungsleiter eine Vielzahl von Judokas heranbilden.

Frau Schienitzki verstand es, an den Schulen mit Erfolg das Interesse für die Sportart Schach zu wecken. Mehrfach. wurde der weibliche und männliche Nachwuchs Mannschaftsbezirksmeister. Grit Westphal, Ramona Koch, Silvia Koch und Toni Sonne kamen in der DDR-Liga zum Einsatz. Silvia Koch war in den 70er Jahren die stärkste Jugendspielerin im Bezirk Potsdam. Den größten Erfolg im Nachwuchsbereich erzielte später Jens Gottschalk mit dem Gewinn der DDR-Meisterschaft in der Altersklasse

Im Tischtennis begann Anfang 1970 die Zeit von Bernd Rose und Bernd Dammann. Die Leitung übernahm ein junger Tischtennisspieler, Harald Wegwerth. Es entwickelte sich eine spielstarke Nachwuchsgruppe mit Mathias Buß, Christian Maaß, Jörg Vogeler, Andres Ruge, Katja Titze und Fatima Vozari.

1975 wurde die Sektion Spielmannszug wieder ins Leben gerufen. Unter der Sektionsleitung von Heinz Seelig fanden rasch 64 Sportfreunde Interesse an dieser Sportart. Schon 1977 wurde der Spielmannszug bei den Bezirksmeisterschaften in Rathenow Bezirksmeister. An den Bezirksmeisterschaften 1979 in Premnitz wurde der Nachwuchszug Bezirksmeister. Er verteidigte diesen Titel auch1980 und stieg damit in die Leistungsklasse II auf. Die Premnitzer Spielleute traten auf vielen regionalen Veranstaltungen auf und erhielten von den Zuschauern viel Beifall. Das war ein schönes Dankeschön für die umsichtigen Übungsleiter Rosemarie Krone, Thomas und Werner Siebert, Hannelore Bodemann, Hans-Peter Lubadel, Peter Cimander und Daniela Vogelei.

Auch der Kraftsport fand Interesse bei den Jugendlichen. Deshalb wurde im ehemaligen Anglerhaus auf dem Sportgelände ein Kraftraum eingerichtet, der Heimstatt der neuen Sektion wurde. Natürlich nutzten auch die Sportgruppen der übrigen Sektionen diese neuen Möglichkeiten.

Der Trend der sportlichen Interessen älterer Sportfreunde waren Freizeitsportaktivitäten innerhalb der Woche ohne vorgeschriebene Wettkampfsysteme an Wochenenden. So fanden die von der BSG angebotenen Veranstaltungen der jährlichen Stadtmeisterschaften in den Sportarten Fußball, Handball, Schach und Bowling eine hohe Resonanz.

Auch die Sektion Turnen bot in diesen Jahren Übungsstunden in Gymnastik für Frauen und im Geräteturnen für Frauen und Männer im fortgeschrittenen Alter an. Die Übungsleiterinnen Renate Nestler, Ursel Schmidt und Marina Wolf sowie Sportfreund Horst Alex hatten einen guten Zuspruch.

Auch eine Sektion Wandern und Touristik bildete sich in diesen Jahren, die unter der Leitung von Gottfried Reichelt ein jährliches Wanderprogramm anbot und von den Mitgliedern gut genutzt wurde.

In der Sektion Kanu entstand die Gruppe der Wasserwanderer, die mit ihren motorisierten Booten die Seen und Flüsse der Republik erkundeten. Schon 1970 hatten sich die BSG-Wassersportler einen vereinseigenen Zeltplatz an der Lutze bei Möthlow gepachtet und hergerichtet. Er war in den Sommermonaten gut belegt.

Die Schwimmsportler kämpften weiterhin um ein neues Premnitzer Bad. Etwas besser waren für sie die Trainingsbedingungen nach der Inbetriebnahme der Volksschwimmhalle in Rathenow geworden.

In den achtziger Jahren war dann die Planung des Projektes „Freibad Premnitz“ fertiggestellt und der Bau begann. Vorübergehend wurde in dieser Zeit in den Sommermonaten auch das Schwimmbecken in Gapel genutzt.

Unter der Regie von Heinz Tietze und Fritz Wiese erfolgte die Erweiterung der Bowlingbahn auf 10 Bahnen mit speziell entwickelten Aufstellautomaten (Strippe). Den BSG-Leistungssportmannschaften standen die sechs neuen Bahnen, die vier alten Bahnen dem Freizeitsport der Brigaden und allen BSG-Mitgliedern für Übung und Wettkämpfe zur Verfügung.

Die Bowlingmannschaften, sowohl die Herren als auch die Damen, spielten in der Sonderliga der DDR und erspielten eine Vielzahl von DDR-Meisterschaften in Mannschaftsrunden und im Einzel. Die FDGB-Pokale sind im lückenlosen Besitz der BSG Chemie Premnitz. Auch der Nachwuchs in dieser Sportart wurde leistungs- stärker und erzielte regionale und nationale Meistertitel, insbesondere z. Bsp. Ingrid Grade.

Die Fußballer spielten nach Abstieg aus der DDR-Liga in der Bezirksliga. Die guten Rahmenbedingen in Premnitz zogen viele gute Fußballer aus anderen Vereinen von fern und nah an, so u. a. Ulli Janeck und Klaus Wolf aus Schwarza. Als Trainer waren Nationalspieler Gerd Voigt, Heinz Trumpf und der Brandenburger Eckhard Märzke verpflichtet. Viele Übungsleiter, wie Helmut Stache und Siegfried Döring (u. a.) führten viele Nachwuchsmannschaften zu regionalen Erfolgen.

Im Handball wurde die Zugehörigkeit zur DDR-Liga in diesem Zeitabschnitt gesichert. Peter Knebel kam als Handballspieler nach Premnitz und wurde ein erfolgreicher Übungsleiter für den Nachwuchs und für die 1. Mannschaft. Eine gute und erfolgreiche Übungsleitertätigkeit leisteten die Sportfreunde Dr. Gerhard Missfelder, Hans-Georg Reinsberg, Dieter Markau, Harald Reim, Manfred Herrmann und Hans Awe. Erfolgreiche Nachwuchsspieler wie Werner Gericke, Uwe Boltze, Ralph und Günter Krücken, Volkmar Schmidt und Frank Groß bestimmten das hohe Leistungsvermögen des Premnitzer Handballs in dieser Zeit mit. Als Funktionäre und Schiedsrichter waren Werner Köppen, Dieter Lang, Wilfried Krüger, Horst Schmalbach und Achim Welzer aktiv.

Die Sektionen Handball, Bowling und Leichtathletik maßen sich bei internationalen Vergleichskämpfen mit Mannschaften aus Polen, Ungarn, der Sowjetunion und aus Rumänien.

Im Jahr 1983 wurde eine Baracke an der großen Sporthalle frei, und die BSG richtete darin eine stationäre Tischtennishalle ein, die von den Tischtennisspielern mit Freude in Besitz genommen wurde. In dieses Gebäude zog dann die kurz zuvor gegründete Sektion Billard mit ein. Erster Sektionsleiter war Peter Schienitzki, danach übernahm Hans-Joachim Ruppin die Leitung. Im Familienbillard wurden Bernd und Rainer Bohling für die BSG erstmals DDR-Meister. Enrico und Achim Ruppin holten danach noch zweimal diesen Titel.

In der BSG-Leitung und in den Sektionsleitungen hatten nun viele junge Sportfreunde Verantwortung übe­nommen: Bernd Müller von Werner Porep bei den Kanuten, Manfred Gutschmidt von Fritz Köpke, Werner Siebert von Heinz Seelig, Doris Strehle von Horst Kresse, Ralph Kühn von Hellmut Sturm. Sie wurden den Aktiven wichtige Mitstreiter. Mit Hans-Jörg Daur, Peter Golücke, Klaus Fiehöfer, Doris Strehle und Roland Schmidt übernahmen junge Sportfreunde die Regie in der BSG- Leitung in der auf über 2500 Mitglieder zählenden Sportgemeinschaft, die den Premnitzer Einwohnern und den Werksangehörigen in 19 Sportarten ein aktives, regelmäßig sportliches Leben bot.

Im Jahre 1987 wurde der langjährige Geschäftsführer Uli Hahn in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Die BSG Chemie Premnitz wurde für ihre Arbeit mehrmals als vorbildliche Sportgemeinschaft im DTSB der DDR ausgezeichnet.

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