Verein-Geschichte

 

Neubeginn 1945 – die Gründerjahre der Betriebssportgemeinschaft Chemie Premnitz

Die unter Hoheit der sowjetischen Besatzungsmacht stehende Leitung des Kunstseidenwerkes gestattete der Gewerkschaft und der Jugendorganisation, Sportgruppen. in verschiedenen Sportarten zu bilden, die sich regelmäßig an Training und an noch unorganisiertem Wettkampfrunden beteiligten.

Es waren die Handballer, die sich zur ersten Sportmannschaft nach dem Weltkrieg zusammenfanden. Zu ihnen zählten Heinz Becker ‚Willi Meyer, Willi Mewes, Franz Kluhe, Karl-Heinz Stelle, Otto Rosin und Uli Hahn.

Andere Werksangehörige und Premnitzer Bürger interessierten sich für Tischtennis, Schwimmen und Fußball. Zunächst standen den Premnitzer Sportlern für ihre Sport-Ausübung der alte Sportplatz, einige freie Werkhallen im Kunstseidenwerk, das Volkshaus (Lindenhof) und der nun für alle Bürger zugängliche Premnitzer See zur Verfügung.

Im Februar 1949 wurde die Betriebsportgemeinschaft des Kunstseidenwerkes Premnitz aus den Sportgruppen Handball, Tischtennis, Schwimmen und Fußball gegründet. Die Gründer-Persönlichkeiten waren Heinz Grade, Werner Porep, Siegfried Conrad und Ernst Gutschmidt.

Die BSG Leitung und die Sektionsleiter forderten vom Trägerbetrieb eine Verbesserung der Sportstätten. So den Neubau eines Mehrzwecksportplatzes und ein Schwimmbad am Premnitzer See. Die Realisierung eines neuen Sportgeländes mit einem Mehrzwecksportplatz begann im Jahre 1950. Es entstand der heutige Hauptplatz (Inbetriebnahme 1952).

Der neue Sportplatz und die Unterstützung durch den Trägerbetrieb hatten einen positiven Einfluss auf die Leistungsentwicklung der 1. Männermannschaft. Mit dem Landesmeister wurde die Qualifikation zur Teilnahme an den Spielen um die DDR-Meisterschaft gesichert. Gegen Rostock wurde gewonnen, gegen Magdeburg unglücklich und knapp verloren.

Die Premnitzer Fans waren begeistert. In diese Zeit fallen auch die erbitterten Duelle zwischen den Premnitzer und Milower- Handballmannschaften. Bis in diese Tage setzt sich diese Rivalität mit den Folgen zu Fragen einer engen und notwendigen Zusammenarbeit zwischen den Sportvereinen Chemie Premnitz und Germania Milow fort.

Die Sektion Tischtennis fand nach Gründung regen Zuspruch und zählte schnell mehr als 50 Mitglieder. Erster Erfolg unter der Leitung von Werner Porep war ein 2. Platz bei der Landesmeisterschaft der Pioniere 1950 durch Joachim Furchtmann und Siegfried Benz im Doppel. Die 1. Frauenmannschaft wurde Bezirksmeister 1953 und stieg in die DDR-Liga auf Bezirksmeister im Doppel wurden Ilse Boebl und Ilse Brankow. Die Sportfreunde Günter Mumm, Heinz Lange und Lothar Schanz waren damals die Leistungsträger der Männermannschaft, die in der Bezirksliga spielte.

In der zweiten Hälfte der 50er Jahre wurde es in dieser Sportart etwas ruhiger. Die Leitung hatte in dieser Zeit Sportfreund Eduard Tesch.

Die Sektion Schwimmen unter der Leitung der Sportfreunde Siegfried Conrad, Fritz Kaiser und Heinz Grade entwickelte sich trotz unzureichender Übungs und Wettkampfbedingen prächtig (bis zu 180 Mitglieder). 1950 wurde mit dem Bau der Wettkampfanlage am Premnitzer See (Sprungturm, Wettkampfbahnen 50m mittels Steganlage und ein Funktionsgebäude) begonnen und 1954 fertiggestellt. Die Anlage war ein großer Fortschritt und hatte zu enormen Leistungssteigerungen der jungen Schwimmsportler geführt. Doris Wiese und Jürgen Stieler waren Teilnehmer an der zentralen Pionierspartakiade in Dresden. Hildegard Köpke wurde Bezirksmeister 1954— 1960 in100m und 200m Brust. Die Frauenstaffel mit Hildegard Köpke, Rita Kaiser, Heike Stieler und Doris Wiese gewann Gold beim Turn- und Sportfest 1959 in Leipzig.

Die Sektion Fußball hatte es am Anfang schwer. Die Leistung der Mannschaft stagnierte und hatte wenig Anhänger. Es war ein Beginn für spätere Entwicklungen.

Mitte der 50er Jahre bildete sich ein leistungsstarker Spielmannszug in der BSG Chemie, der sich gut entwickelte und über die Landesgrenzen bekannt wurde. Auch die Boxsportanhänger versuchten kurz nach der Gründung der BSG diese Sportart in Premnitz heimisch zu machen. Trotz erfolgreicher Anfänge, wie Landesmeisterschaft und 1. Platz in der DDR-Liga wurde der Aufstieg in die Oberliga abgelehnt. Trainer Oskar Willenberg hatte seine Boxstaffel, die Brüder Mazur, Lesinski, Twirdy, Schmidt, Kanter, Hahn, Melzer, Rau, Schwarz, Klette und Henschel gut entwickelt. Anfang 1960 stellte diese Sektion ihre Arbeit ein.

Im Februar 1957 gründeten die Sportfreunde Wolfgang Sommer, Werner Porep, Karl Goetsch und Alfred Endrikat die Sektion Wassersport. Erster Sektionsleiter war Kurt Stuf. Das Chemiefaserwerk hatte der BSG die Kulturbaracke auf dem Gelände der Kasernierten Volkspolizei als Bootshaus zur Verfügung gestellt. Am 1. Mai 1957 übergab der Werkdirektor, Erich Winkler, ein erstes Kanu-Rennboot an die Kanuten. Damit war die Grundlage für die Teilnahme an Kanu-Regatten geschaffen. Annemarie Pieper, Renate Langhans, Jutta Seile, Udo Albrecht und Harald Seile waren die ersten Premnitzer Kanusportler. Dem Aufbau des Wohngebietes „Zentrum“ musste das erste Bootshaus der BSG weichen. Die Gemeinde Premnitz stellte das völlig zerstörte Sägewerk an der Milower Brücke der BSG als Ersatzgelände zur Verfügung. Es begann ein neuer Anfang.

1956 wurde auf Initiative von Walter Schmidt, ein ehemaliger Boxer, die Sportart Turnen in Premnitz wieder gegründet. Eduard Pritzkow, Hans Harsdorf, Apostolus Kristallis waren die Pioniere dieser Sportart in der BSG Chemie Premnitz.

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