Handball 1951

Wenn wir uns das Jahr 1951 noch einmal vor Augen führen, so können wir feststellen, daß es in der Entwicklung unserer demokratischen Sportbewegung sowie auch innerhalb unserer BSG aufwärts gegangen ist. Konnte doch in unserer BSG erreicht werden, daß der außerschulische Sport sich bestens entwickelt und ausgedehnt So haben wir zu verzeichnen, daß wöchentlich 160 Schulkinder am Turnen in unserer Sporthalle teilnahmen. Hinzu kommt die Durchführung des obligatorischen Lehrlingssportes ein unserem Werk, wozu ein Sportleiter von der BSG zur Verfügung gestellt werden konnte. Leider mußte jetzt im neuen Jahr vorübergehend eine Einstellung dieser Uebungsabende erfolgen. da unsere ehemalige Sporthalle wieder der Produktion zugeführt werden mußte.

Zu den einzelnen Sektionen selbst ist zu sagen, daß im allgemeinen ein Leistungsanstieg zu verzeichnen ist. Wenn Wir uns einmal näher die Sektion Handball ansah an. so ergibt sich hier folgendes Bild: 7 aktive Mannschaften sind im Spielbetrieb eingeweiht. Davon ist die 1. Männermannschaft ein Vertreter der DS-Liga und die 1b ein Vertreter der Landesklasse. Die 1. Mannschaft ist bei der Halbserie auf dem 7. Tabellenplatz wieder— wogegen die 1b nur am Tab-ellenende zu finden ist. Durch die großzügige Unterstützung der Werkleitung können diese beiden Mannschaften jeden Dienstag ab 14 Uhr ihr Training auf dem Sportplatz aufnehmen. Dadurch ist die Gewähr gegeben, eine Leistungssteigerung zu erzielen, um am Schluß der Spielserie einen besseren Tabellenplatz zu erreichen. Die übrigen Mannschaften der Sektion Handball sind Vertreter der Kreisklasse und haben zum Teil berechtigte Aussichten, bei der Vergebung des Titels eines Kreismeisters. In den Hallenhandballspielen gelang es 1951 den Titel eines Landesmeisters, bei den Männern sowie der Jugend, zu erringen. Bei den in diesem Jahre durchgeführten Handballmeisterschaften konnte sich unsere 1. Männermannschaft nur bis zum 2. Platz emporarbeiten da Luckenwalde in diesem Jahr die bessere Mannschaft war. Außerdem nahm unsere Sektion Handball an verschiedenen Hallenhandballturnieren teil. So u. in Görlitz, Meißen und Bad Blankenburg.

Aufwärts – 25. MÄRZ 1952

DS-Liga und Landesklasse Handball mit wechselnden Erfolgen!

Mit Beginn der Spiele der DS Liga hätte Premnitz die Mannschaft von Waren im 1. Spiel zum Gegner Ein erwarteter Sieg der Premnitzer Mannschaft wurde erreicht und Waren musste mit 14 : 10 Toren die Punkte abgeben. Im 2. Spiel gegen die Reserve von Rostock war Premnitz Favorit, enttäuschte aber alle Zuschauer und mußte eine Niederlage von 14 : 8 Toren quittieren.

Die Reserve von Premnitz, abstiegsbedroht, zeigte nicht das von allen erwartete Spiel und ging sang und klanglos gegen die Mannschaft von Brandenburg mit 10:4 Toren ein.

Guben war nun der nächste Gegner in Premnitz und galt auf Grund der schlechten Leistungen unserer Mannschaft gegen Brandenburg allgemein als Favorit. Doch die Premnitzer Mannschaft zeigte, dass sie noch nicht gewillt die Landesklasse zu verlassen. Ein schönes Spiel‚zwei wichtige Punkte (11:8) beweisen dies wohl am besten .

Auch die III. Männermannschaft zeigte sich in Rathenow von der besten Seite und gab mit 8 :3 Toren der II.Männermannschaft von Einheit Rathenow das Nachsehen.

Im Spiel der Jugendmannschaften, wo es bei der I. Jugendmannschaft von Premnitz und Einheit Rathenow die Kreismeisterschaft ging, war es unverständlich, dass die Mannschaft von Rathenow hier nur mit 9 Spielern antrat. So hatte Rathenow kaum eine Chance, einen Erfolg zuerringen. Das Ergebnis von 11 :3 Toren für Premnitz war somit auch keine Überraschung. Die II. traf auch nur auf 8 Spieler der I. Jugendmannschaft von Motor Rathenow und stand somit schon als Sieger vor dem Spiel fest. Das Ergebnis lautete hier 9 : 4.

Aufwärts – 23. MAI 1952

Seit längerer Zeit gehen unsere Werktätigen mit Unbehagen zum Sportplatz um dort die I. die Kollegen ihres Betriebes, spielen sehen. Denn letzten Endes sind doch ihre Kollegen als Spieler der I. Mannschaft in der DS-Liga Spitzensportler des Landes Brandenburg. Da will natürlich keiner fehlen, denn jeder Kollege und Einwohner dabei sein, wenn ihre Jungens im Kampf um die Punkte Sieger den Platz verlassen. Was wird mir hier erzählt, als Sieger, ungeschlagen vom Platz gehen, das ist für Premnitz ein Fremdwort ? Was unsere Jungens sind schlechter als ihre Gäste?

„Ja-nein.“ Aber irgendetwas stimmt in der Mannschaft nicht und so gehen die Zuschauer nach dem Spiel verbittert nach Hause. Es werden sogar nach jedem Spiel weniger Zuschauer, denn sie wollen sich an dabei und Freude an dem Spiel haben. Wobei wir nicht vergessen wollen die bessere Leistung des Gegners anzuerkennen, denn Sieger in einem Spiel zu sein, ist nicht immer leicht. Aber was wollen unsere Zuschauer sehen? Ein schönes, flüssiges, schnelles, Spiel, so daß wirklich jeder sagen kann: Das war eine echte Handballkost. Sehr viele Sportanhänger beschimpfen ihre Spieler in den kritischen Momenten und geben ihnen damit bestimmt nicht den nötigen Rückhalt, der ja jede Heimmannschaft sehr wichtig ist; denn dadurch erhalten doch die Spieler einen neuen Auftrieb, der immer aus die drohende Niederlage.

Unstimmigkeiten in der Mannschaft selbst waren auch oft die Ursachen einer Niederlage. Es darf zum Beispiel nicht vorkommen, daß der Ball, wenn es ein Tor wurde, vom Torsteher mit dem Fuß in das Spielfeld zurückbefördert wird. Auch die Spieler dürfen sich nicht gegenseitig beschimpfen und noch während des Spieles die Fehler der Niederlage, die erst bei Spielschluß entschieden ist, suchen. Eine durchaus nicht immer richtige Lebensweise der Spieler, die nämlich als Spitzensportler und Repräsentanten des Werkes eine große Verpflichtung haben, trägt ebenfalls zu den schwachen Leistungen der Mannschaft bei.

So könnten hier noch viele Fehler der Vergangenheit aufgezeigt werden, das aber eigentlich der heutige Artikel nicht bezwecken. Es wurden sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie diesem Bald eine Änderung geschaffen werden kann. Es wurde daraufhin ein Trainer im Werk angestellt.

Hierbei wollen wir nicht vergessen, dass nur durch die Erfüllung und Übererfüllung unserer Pläne möglich ist, die dazu beitragen, ein besseres Leben aufzubauen. Außerdem wurde nun ein anderer Kurs bei den einzelnen Mannschaften eingeschlagen. Mit welchem Ernst die Spieleran ihre Aufgaben gehen, sollen nachstehende Punkte aufzeigen.

Für alle Spieler wurde eine Entwicklungskartei mit folgendem Inhalt aufgestellt: Leistungskontrolle im Jahr 4 mal in folgenden Disziplinen: 50 m, 100 m, Kugelstoßen, Hoch- und Weitsprung

– Teilnahme im Spiel 1 Pluspunkt

– gute Leistung im Spiel: 1 Pluspunkt

– Je Verwarnung im Spiel: 1 Minuspunkt

– Hinausstellung 2 Minuspunkte

– Rauchen vor dem Spiel (2 Stunden) – 1 Minusspunkt

– nach dem Spiel (2 Stunden) 1.Minuspunkt

– Teilnahme am Training 1 Pluspunkt

– Nichtteilnahme am Training ohne Entschuldigung 2 Minuspunkte

– Gute Leistung beim Training 1 Pluspunkt

– Schlechte Leistung beim Training 1 Minuspunkt

– Guter Kollektivgeist 1 Pluspunkt

– Pünktliches Erscheinen 1Pluspunkt

– Zu spätes Erscheinen 1 Minuspunkt.

Vor Beginn der neuen Spielserie würde an dieser Seite jeder sehen können, wer ist der beste oder schlechteste Sportler? Dass natürlich nur diese Spieler das Recht zum Spielen in der höchsten Mannschaft haben, die immer zum Training erscheinen‚ ist selbstverständlich. Wenn erst ganz kurze Zeit nach diesem Gesichtspunkt gearbeitet wird, so wird doch schon jeder festgestellt haben, dass ein Leistungsanstieg zu verzeichnen ist. Wenn wir alle Kraft für die Höher- und Weiterentwicklung der BSG Chemie Premnitz einsetzen, dann werden auch die nicht ausbleiben

Trainer der BSG Chemie Premnitz.

AUFWÄRTS 15. JUNI 1952

Liebe Sportsfreunde!

In der letzten Ausgabe der Betriebszeitung berichteten wir kurz von den Veränderungen innerhalb unserer BSG Chemie durch die Teilnahme unserer Spitzensportler an einem systematischen Training. Wollen wir uns heute die Erfolge des neu eingeschlagenen Weges ansehen. Die Aufstellung einer Entwicklungskartei mit Einflechtung von Plus – und Minuspunkten hat sich zur Hebung des Spielniveaus fruchtbringend ausgewirkt . Ein sechstägiger Trainingslehrgang hat ebenfalls dazu beigetragen, dass sich das Bewusstsein der Sportler wesentlich geändert hat, so dass man heute schon von einem guten Mannschaftskollektiv sprechen kann. Das Abschlussspiel in Magdeburg, welches mit 13 : 11 gegen den Oberligavertreter Motor gewonnen wurde, zeigte uns den Leistungsanstieg klar.

Durch die Teilnahme unserer ersten Handballmannschaft an dem IV. Jugendparlament der FDJ und des Sport- und Kulturfestes der deutschen Jugend in Leipzig brachten auch unsere Betriebssportler klar zum Ausdruck, daß sie mit ihrer ganzen Kraft für die Einheit Deutschlands und die Erhaltung des Weltfriedens eintreten. Die Spiele selbst in Leipzig begeisterten alle Sportanhänger und unsere Chemiesportler haben bewiesen, daß wenn auch die Spiele knapp verloren gingen, gegen Stahl Ost Leipzig (Oberliga) 11 : 13 und gegen eine Stadtauswahl Leipzig 12 : 17, so sind das doch achtbare Erfolge für uns. Hat doch die Mannschaft in diesem Spielen bewiesen, dass sie ein starkes Kollektiv ist und einen guten Kampfgeist besitzt. Nur der Ersatztorsteher Hahn muss darin sein Bewusstsein bedeutend verändern. Wenn er auch nicht mehr den Ball mit dem Fuß bei einem Tor in das Spielfeld zurückbeförderte, so waren doch seine Handbewegungen und die Mienen zur Gleichgültigkeit nicht dazu angetan, das Kollektiv zu stärken. Die Präsidiumsmitglieder der Sektion Handball stellte dieses ebenfalls mit Befremden fest. Wollen wir hoffen, dass diese Kritik auf der nächsten Spielersitzung helfend dem Kollegen Hahn zur Verbesserung des Kollektivgeistes weisen wird. Alle Kollegen des Betriebes können an diesem Beispiel erkennen, daß die Kritik und Selbstkritik als Entwicklungsgesetz zur Erhöhung unserer Leistungen im Vordergrund steht. Mit den besten Eindrücken von Leipzig zurückkommend‚ haben wir am 11. Juni um 18.00 Uhr, gegen Luckenwalde den Sportanhängern unseres Betriebes ein Spiel gezeigt, welches Premnitz 15:7 verlor. Durch die Endspiele um den Chemiepokal am 15. Juni 1952 in Premnitz werden unsere Werktätigen schöne Spiele zu sehen bekommen.

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