Handball: Aufgehört, Handball zu spielen

Mit den besten Voraussetzungen ging die erste Männermannschaft der SG Westhavelland am Samstag in das Derby mit der zweiten Mannschaft des SV 63 Brandenburg/West. 14 Mann konnte Kevin Melzer auf den Spielberichtsbogen eintragen, während Peter Reckzeh mit neun Brandenburgern auskommen musste. Nach dem knappen Sieg letzte Woche in Fürstenwalde wollte die SG auf jeden Fall nachlegen und in der Rathenower Havellandhalle die nächsten Punkte einfahren. Melzer forderte von Anfang an volle Konzentration und eine hohe Laufbereitschaft gegen die zahlenmäßig unterlegenen Gäste.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (2:2; 5.) übernahmen die Gäste kurzzeitig das Ruder und gingen mit 3:4 in Führung. Doch die SG fand mehr und mehr ins Spiel und bot den Zuschauern immer wieder schöne Spielzüge an. In der Deckung stand man stabil und wehrte viele Brandenburger Angriffe ab. Das machte sich auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Die SG führte in der 15. Minute mit 10:5. Melzer wechselte munter durch, was dem Spiel der SG nicht schadete. Doch die Gäste gaben nicht auf und hielten sich im Spiel. Beim Stand von 14:11 ging es in die Halbzeit. Melzer war recht zufrieden, doch seine Mannschaft musste noch mehr das Tempo forcieren. Ansonsten verlief alles nach Plan und die Chancen standen gut, die nächsten Punkte einzufahren. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war das Spiel wieder ausgeglichen, doch die Westhavelländer konnten den Drei-Tore-Vorsprung verteidigen (16:13; 35.). Eine gute Phase der SG nutzte man, um den Vorsprung auf 20:13 in der 41. Minute zu erhöhen. Es machte sich Zufriedenheit breit. Doch Brandenburg gab sich nicht geschlagen. Tor um Tor wurde der Vorsprung wieder reduziert. Melzer forderte in seiner fälligen Auszeit noch einmal volle Konzentration. Doch die Mannschaft begann zu wackeln. Nichts gelang mehr, sodass das Spiel komplett kippte. Brandenburg war plötzlich wieder dran (21:20; 47.). Überhastet, unkonzentriert und fehlerbehaftet spielte die SG in dieser Phase. Die Gäste nutzten die vielen Fehler, um einfache Tore zu erzielen. Nach dem Ausgleich zum 24:24 in der 53. ging die Reckzeh-Truppe in der 56. Minute sogar mit 25:26 in Führung. Anstatt ruhig zu spielen versuchte die SG mit der Brechstange, die sich anbahnende Niederlage abzuwenden. Doch das klappte nicht. Völlig unnötige Fehler nutzten die Brandenburger und erhöhten den Vorsprung mit einfachen Kontertoren auf 25:28 in der letzten Minute. Ein Tor erzielte die SG noch und das Spiel endete mit 26:28. Fassungslos schlichen Spieler und Verantwortliche in die Kabine. Kaum einer konnte verstehen, was hier gerade passiert war. Man hat ein Spiel noch aus der Hand gegeben, was eigentlich schon gewonnen war. Melzer konnte dazu nicht viel sagen, zu groß war die Enttäuschung. Klar war für ihn, dass man nach 40 guten Minuten komplett aufgehört hat, Handball zu spielen. Die Brandenburger feierten zu Recht, denn sie haben sich mit ihrer engagierten Spielweise diesen Sieg verdient. Nun hat man zwei Wochen Zeit, dieses Spiel abzuhaken, ehe man am 18.03. gegen den Tabellennachbarn aus Grünheide spielt. Für die SG spielten: Wilke und Parey im Tor; Söchting, Puhl, Dohrn (3), Nicpon, Franz (2), Herrmann (2), Zarbock (3), Witt (1), S. Riedel, Pitsch, J. Riedel (4), Köpke (11).

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